Viehzüchter in Alto Parguay fordern von der ländlichen Vereinigung von Paraguay “ARP” die Schaffung einer Viehzüchtervereinigung. Dr. Jaime Attorpe, ein ehemaliger Experte für Tierhaltung aus der Region, erklärt, dass das Fehlen einer wirksamen Vereinigung der Viehzuchtunternehmer dazu führt, dass kein Druck auf die regionalen Behörden aufgebaut werden kann.
Die Vereinigung solle vor allem dabei helfen, die regionalen Autoritäten zum aufrichtigen Umgang mit den öffentlichen Ressourcen zu zwingen, damit das Department die seit langem erforderlichen Aufbauarbeiten erhält. Er argumentierte weiter, dass manche großen Unternehmer in der Region wenig Interesse an einer solchen Vereinigung hätten. Viele haben Angst sich mit den “unehrlichen” regionalen Autoritäten anzulegen, wenn sie in Schwierigkeiten gerieten.
Die Viehzüchter bevorzugen es selbst nach Lösungen für ihre Probleme zu suchen und teilweise auch auf eigene Rechnung Investitionen zu tätigen, die eigentlich der Staat hätte übernehmen müssen. Für Attorpe ist dies ein Zeichen für das große Mißtrauen in das System der Verwaltung und Gerechtigkeit in Paraguay. Mit der Bündelung der Kräfte in einem Viehzüchterverband könnten sowohl kleine als auch große Betriebe einen gröeren Druck auf die regionalen Autoritäten ausüben, damit diese sich um die zahlreichen Nöte in der Region kümmern. Die Viehzucht ist eines der bedeutendsten wirtschaftlichen Standbeine der Zone Alto Paraguay.
Dort leben jedoch nicht nur paraguayische, sondern auch viele brasilianische Viehzüchter. Unter ihnen gibt es einige, die aufgrund der “illegalen Unregelmäßigkeiten auf ihren Farmen” negative Bemerkungen gegenüber den paraguayischen Behörden vermeiden, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, erklärt Attorpe. Diese Viehzüchter werden auch beschuldigt, die Umwelt und Regionalgesetze zu umgehen, ohne von der Polizei dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Allem Anschein nach bestehe hier ein stillschweigendes Abkommen zwischen Polizei und Farmern, die sich gegenseitig in Ruhe ließen, gibt Attorpe zu verstehen.
Kleinere Betriebe erhalten dagegen angeblich keine Unterstützung von Seiten des Staates. Abschließend macht Attorpe darauf aufmerksam, dass die Regierung der Zone derzeit über ein Jahresbudget von 11.000 Millionen Guarani verfügt, welches auf 19.000 Millionen im nächsten Jahr erweitert werden soll. Die Region befindet sich jedoch in einem sehr schlechten Zustand.



















