Ökologische und wirtschaftliche Ambitionen in der Pestizid-Debatte offenbar unvereinbar

Das Pflanzenschutzmittel-Dekret wird möglicherweise schon bald ausgesetzt. Das Papier regelt den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln in der paraguayischen Agrarwirtschaft. Der Einsatz von Pestiziden, die insbesondere beim Anbau großflächiger Monokulturen wie der Soja relevant sind, hat besonders in den vergangenen zwei Jahren für Kontroversen gesorgt. Kleinbauern, zum Teil sogar ganze Gemeinden, beschuldigen Großgrundbesitzer einer schleichenden Vergiftung ihrer Böden und Grundwasserreserven durch den massiven Chemieeinsatz. Allergien, Kindsmissbildungen und hohe Krebsraten in den betroffenen Regionen sollen die Folge sein, beklagen etliche Campesino-Organisationen. Gegen eine gesetzliche Regelung der Giftmitteleinsätze hatte es unter den Produzenten massive Proteste gegeben. Sie hatten noch Ende Mai mit Demonstrationen gedroht, sollte das Dekret nicht annulliert werden. Das Landwirtschaftsministerium hatte eigens einen Rat einberufen, der sich für einen friedlichen Kompromiss zwischen Großproduzenten und Kleinbauern einsetzen sollte. Offenbar konnte bisher keine Lösung in der Debatte gefunden werden, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Faktoren zufriedenstellend berücksichtigt.
Nach einer Sitzung der Minister, deutete nun der Industrie-und Handelsminister Francisco Rivas an, dass die entsprechende Verordnung mit der Nummer 1937 möglicherweise schon bald wieder abgesetzt werden würde.

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