Für die Sicherheit des Regierungspalastes in Asunción sorgt nun die „Teniente Fariña“.
„Nicht nach unten gucken. Konzentrier Dich, Dir kann nichts passieren“, spuckte es in meinem Kopf herum. Und tatsächlich, nach nur wenigen Minuten – erreichte ich sicher das Ziel. Dachte ich. Doch kaum angekommen, wanderte mein Karabinerhaken schon wieder zum nächsten gespannten Seil.
Das Image von Buenos Aires kann sich in der Welt sehen lassen. „Europa Südamerikas“, „Stadt des Tango“, „Mekka der Kaffeekultur“ – in den hübschen Vierteln der Millionenstadt finden Touristen das, wonach sie suchen. Unbeobachtet wachsen seit Jahren die Wellblechkolonien um den schönen Stadtkern – kaum einer, der auch danach sucht.
Ein Menschen verschlingendes Ungeheuer, ein Strudel, der alles mit sich in die Tiefe zieht und Zugänge, die bis heute unentdeckt sind – die Mythen um den Urwaldsee in den Bergen von Amambay machen neugierig.
Wer über den verlassenen Bahnhof von Sapucaí schlendert, der merkt sofort, wie sich Nationaldichter Roa Bastos hier für die Endzeitstimmung in seinem Roman „Hijo de Hombre“ inspirieren lassen konnte. Kniehohes Gras hat die verwaisten Schienen am Bahnhof fast völlig verschluckt, Kühe weiden auf den Rangierhöfen.
Mit 15 Stundenkilometern rast der Tren del Lago jeden zweiten bis dritten Sonntag von Asunción nach Areguá und retour, und entführt dabei seine Passagiere mit landestypischen Szenen zurück ins 19. Jahrhundert.
Die eindrucksvollen Ruinen der Jesuitenreduktionen bei Trinidad und Jesús zeugen von einer längst vergangenen Zeit in Paraguay – die bis heute umstritten ist.